R U D E R C L U B   S A R N E N

Sicherheit

Rudern gehört zu den unfallärmsten Sportarten überhaupt, jedoch nur, wenn elementare Sicherheitsregeln eingehalten werden.

Das Wichtigste:

Jeder der rudert, kann mindestens 300 m ohne Unterbruch im See (offenes Gewässer) schwimmen. Es rudert nur, wer über eine gute Gesundheit verfügt und sich wohl fühlt. Jeder Ruderer, jede Ruderin ist für sich selbst verantwortlich. Bei Minderjährigen sind dies die Eltern!


Wetter:

Vor jeder Ausfahrt werden Wind, Wasser und Wellen beurteilt und die Route entsprechend gewählt. Bei drohendem Wetterumschwung, aufziehendem Gewitter oder wenn die Sturmwarnleuchte (Ausgang Tunnel A8 Sachseln Seite Giswil) blinkt, geht kein Ruderer aufs Wasser. (Binnenschifffahrtsverordnung).

Sturm-Vorwarnung    45 Blinkzeichen pro Minute

Macht auf die Gefahr des Aufkommens von Sturmwinden ohne nähere Zeitangabe aufmerksam.

Sturmwarnung    90 Blinkzeichen pro Minute

Kündet unmittelbare Sturmgefahr an.


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Schwimmwesten

Seit dem 1. Dezember 2007 müssen gemäss Binnenschifffahrtsverordnung BSV ausserhalb der Uferzone (mehr als 300 Meter Abstand vom Ufer), bei Seeüberquerungen und auf allen fliessenden Gewässern "Einzelrettungsgeräte" (das sind Schwimmwesten, Rettungsbojen, Rettungsringe) mitgeführt werden. Diese Vorschrift gilt unabhängig von der Jahreszeit, also auch im Sommer. Jede Ruderin, jeder Ruderer ist selbst für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften verantwortlich. Übrigens, dank den Neonfarben der Schwimmwesten werden Ruderer auch besser gesehen. Die roten Schwimmwesten blasen sich bei Kontakt mit Wasser zudem selber auf.


Materialkontrolle und Logbuch

Vor jeder Ausfahrt wird das Material auf einwandfreien Zustand hin kontrolliert: Rumpf, Dollen, Ausleger, Rollsitze, Stemmbretter, Klemmringe, Steuer, usw.

Im Logbuch werden vor der Ausfahrt Boot, Mannschaft und geplante Route erfasst. Nach Rückkehr kann die Route noch korrigiert werden und die Ausfahrt wird abgeschlossen.

Bei Pannen und Kenterungen keinesfalls das Boot verlassen. Bei Kenterungen versuchen, wieder einzusteigen oder mit dem Boot zum Ufer schwimmen.

Bei Ausfahrten in der Nacht (z.B. Mondscheinrudern) ist gemäss Gesetz ein weisses, rundum gut sichtbares Licht am Boot zu installieren. Drei solcher Lampen stehen im Bootshaus zur Verfügung.


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Überleben im eiskalten Wasser

"Wenn ich kentere, dann schwimme ich einfach ans Ufer!"

Im Sommer mag so ein unfreiwilliges Bad ja eine angenehme Abkühlung bringen. Im Winter kann es gefährlich werden. Als Faustregel gilt: Die Überlebenszeit im Wasser in Minuten entspricht im Durchschnitt der momentan herrschenden Wassertemperatur. Das heisst, ist das Wasser 5 Grad C, entspricht dies ca. 5 Minuten Überleben.

Trockenes Ertrinken (in den ersten Sekunden):

Bei rund einem Fünftel aller Todesfälle im Wasser handelt es sich um "trockenes Ertrinken". Kaltes Wasser, das in die Nase oder in den Rachen gelangt, löst dabei einen Muskelspasmus aus. Die Luftwege werden verschlossen, es gelangt zwar kein Wasser in die Lunge, aber auch keine Luft mehr.

Kälteschock (in den ersten Minuten):

Oft kommt es beim Eintauchen ins Wasser zu einer Überreizung der Kälterezeptoren auf der Haut. Die Folge ist eine spontane, reflexartige Reaktion: ein tiefer Atemzug, gefolgt von schnellen unregelmässigen Atemzügen (Hyperventilieren) Dieser Reflex kann auch unter Wasser nicht unterdrückt werden. Das Risiko eines Kälteschocks besteht schon bei Wassertemperaturen von 10 15 Grad.

Schwimmversagen (vor Eintritt der Unterkühlung)

Mit jedem Grad Temperaturabfall verlieren die Muskeln an Kraft. Folgen davon sind unkontrollierte Schwimmbewegungen und Verlassen der Kräfte. Schwimmversagen kann auch trainierte, geübte Ruderer treffen.

Unterkühlung, Hypothermie

Fällt die Körpertemperatur unter 35 Grad, spricht man von Hypothermie. Wasser entzieht dem Körper weitaus schneller Wärme als Luft. Deshalb so schnell wie möglich das Wasser verlassen, einsteigen oder sich aufs Boot legen. Kleider anbehalten. Auch nasse Kleider isolieren besser als gar keine Kleider. Unnötige Bewegungen kosten Kraft und sind deshalb unbedingt zu vermeiden. Also ruhig und überlegt handeln.


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Fazit

Es kann jeden treffen, auch gute Schwimmer. Und: Hypothermie ist bei weitem nicht die Haupttodesursache in kaltem Wasser. Schwimmwesten erhöhen die Überlebenschance wesentlich.

Also: Im Winter möglichst in C-Booten oder Grossbooten rudern. Schwimmwesten tragen. Im Zweifelsfall lieber auf dem Ergometer trainieren.

Noch mehr Infos zur allgemeinen Sicherheit findet Ihr im "Leitfaden für das selbständige Rudern", zusammengestellt von Guido Müller. Eine solche Broschüre hängt im Bootshaus an der Pinnwand.

 

Weiter Informationen

» Binnenschifffahrtsverordnung (BSV) (pdf, ca. 1.3 MB)

» Überleben im kalten Wasser (pdf, ca. 190 KB)

»  Hypothermie

» Erfahrungsbericht eines Teilnehmers an einem Hypothermiekurs des Polytechniker Ruderclubs (ab Seite 31; pdf, ca. 2.7 MB)


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